Vicky

by Helen Güdel


Einleitung

Meine Grossmutter war Kindergärtnerin. Nach ihrem Tod erbte ich alle ihre Kinderbücher. Dies ist eines davon. Jedoch kenne ich es von meinen Besuchen bei ihr. Ich weiss noch, dass ich die Bilder mochte und das unübliche Freundespaar.


Worum geht es?

"In einer Vollmondnacht im Herbst kommt das Schäfchen Vicky zur Welt. Auf der Alp beginnt es in dieser Nacht zu schneien und der Hirte treibt die Schafe eilig zu den Besitzern ins Dorf. In der Aufregung wird Vicky vergessen und bleibt allein und verloren zurück. Zum Glück wird das Lämmchen von der Bäuerin Elis und der Schäferhündin Shira gefunden. Eine neue Geschichte aus Törbel, sie sich tatsächlich so zugetragen hat" (Güdel, 1997, o.S.).


Historischer Kontext

Diese Geschichte hatte sich im kleinen Dorf Törbel so ereignet, wie Helen Güdel es schrieb und illustrierte.


Literarische Gattung

Bilderbuch


Figuren und Orte

Vicky

Vicky ist ein weisses, männliches Lamm, dass in einer Vollmondnacht im Spätherbst auf der Alp Telli zur Welt kam. In derselben Nacht fing es an zu schneien, weshalb die Hirten ihre Schafe zurück ins Dorf brachten. Vicky hat in dem Trubel seine Mutter verloren und wurde auf der Alp alleine gelassen.

 

Als die Bäuern Elis mit ihrer Schäferhündin Shira das Lamm sahen, wusste Vicky nicht, ob es Angst haben sollte, oder ob die Beiden ihm helfen werden. 

 

Trotz seines grossen Hungers war Vicky neugierig auf den Hund und war froh in der warmen Küche zu sein. Shira und Vicky verstanden sich sofort und Vicky lernte alle lebensnotwendigen Dinge, die man wissen sollte von Shira. 

 

Vicky lernte auf Elis Hof Kühe, Hühnchen, Schweine und Ziegen kennen. Er war aber nie wie die anderen Tiere hinter einem Hag, sondern hatte immer Freilauf. 

 

Als Vicky nun ein richtiges Schaf war, wollte Elis ihn zu seinen Artgenossen geben. Doch Vicky fühlte sich gar nicht wohl bei ihnen und büxte aus, rannte zu Elis Haus und legte sich zu Shira auf den Boden. So blieb Vicky bei seiner besten Freundin und lebte glücklich weiter. 

 

Schäferhündin Shira

Shira ist eine braune Schäferhündin und lebt mit ihrer Herrin auf einem Hof auf der Alp Telli. Sie fanden Vicky alleine auf der Strasse stehend und beschlossen sich um ihn zu kümmern. Shira übernahm die Mutterrolle und lernte Vicky alles, was er zum Leben auf dem Hof benötigte. Überall wo Shira hinging war Vicky auch dabei. Doch als Elis Vicky zu den Schafen brachte, war Shira traurig, zornig und beleidigt und machte bewusst verbotene Sachen. Als Vicky wieder auftauchte, war Shira so glücklich, dass sie zusammen auf der Decke am Boden kuschelten und einschliefen. 

 

Bäuerin Elis 

Elis lebt mit ihren Tieren alleine auf dem Hof. Sie ist eine sehr tierliebende Person und übernimmt sofort die Verantwortung für das kleine Lamm. Elis nimmt Vicky überall mit, denn alle zwei Stunden brauchte Vicky sein Fläschchen. Vicky durfte in der Wohnung und draussen frei herumlaufen, da Elis auf ihre Hündin vertraute, dass sie gut auf ihn achtet. Obwohl Elis wusste, dass man die beiden nicht trennen sollte, wollte sie Vicky nun seiner Natur überlassen und brachte ihn zu seinen Artgenossen. Als Vicky zurück war, war sie aber froh die beiden wieder vereint zu sehen. 

 

Orte

Auf der ersten Seite ist das Weisshorn zu erkennen. Auf der Alp Telli wurde Vicky geboren, doch verbrachte er sein Leben in Elis Haus, Stall und in der Umgebung des Hofs. Sogar die Stadt konnte Vicky auf einem Rucksack aus kennenlernen, in der er bei den Passanten die Hauptattraktion war.


Sprache und Stil

Das Buch ist im Präsens geschrieben und beschreibt Orte, die es wirklich gibt. Vickys Gedanken werden in der direkten Rede geschrieben. Einmal sagt Shira etwas zu Vicky und drei Mal hat auch Elis das Wort. Doch ansonsten ist es der Erzähler, der die Oberhand hat. 


Motive und Themen

Die Markierungen auf den Schafen werden erklärt und die Jahreszeiten erwähnt. Doch das Hauptthema ist die Freundschaft von zwei unterschiedlichen Arten. Man kann sagen, Shira hat Vicky adoptiert. 


Handlungsmöglichkeiten im Kindergarten

Bildnerisches Gestalten:

  • mit Schafwolle, Tücher, etc. ein Schaf legen

TTG:

  • ein Bettchen für Vicky bauen
  • Wolle selber spinnen
  • Schäfchen aus Pompon und Pfeifenkratzer machen
  • Freundschaftsbänder knüpfen

Musik:

  • Älpler-Musik hören
  • ein Jodellied lernen

Deutsch:

  • Sprache zwischen Vicky und Shira besprechen
  • uns nur mit Körpersprache unterhalten
  • verschiedene Mimik ausprobieren

Bewegung und Sport:

  • Kriechen-, Springen-, Kletter-Parcours

NMG:

  • Schaf-, Ziegen- und Kuhmilch ausprobieren
  • Pflanzliche Milch zum Vergleich probieren und liebstes Produkt protokollieren
  • Bauer besuchen
  • verschiedene Schafrassen vergleichen

Autorin Helen Güdel

Helen Güdel ist 1935 in Zürich geboren. Bevor sie 1962 heiratete, arbeitete sie in Paris und San Francisco als Sekretärin. Ihre drei Söhne wuchsen in Zürich auf, wo sie die Bilder der Mutter auf dem Zürcher Flohmarkt verkauften. Dort wurden diese von einer Galeristin entdeckt und Helen Güdel konnte 1975 ihre Bilder in einer Einzelausstellung in Bern ausstellen. 1978 entdeckte sie das Dorf Töbel für sich und liess sich 1987 endgültig dort nieder und lernte eine bäuerliche Seite an ihr kennen. Im Musée d'Art Naïf in Paris sind einige ihrer Bilder ausgestellt. Auch ihre Bücher sind nicht nur in der Schweiz bekannt, sondern wurden in der USA, Australien, Südkorea und Arabischen Emiraten verlegt (wikipedia, 2019, o.S.).

 

 

Weitere Bücher sind:

- Lieber Alex I

- Lieber Alex II

- Lieber Alex III

- Berner Bilderbuch

- Celestine & Polykarp

- Apollo, das Maultier. Eine Geschichte aus den Bergen

 


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